Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendien

Ausschreibung 2018

Zum neunten Mal vergibt der Deutsche Literaturfonds in Kooperation mit dem Arbeitskreis für Jugendliteratur (AKJ) die Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendien. Die zwei sechsmonatigen Stipendien in Höhe von jeweils 12.000 Euro richten sich an deutschsprachige Jugendbuchautoren. Das Auswahlverfahren ist an den Deutschen Jugendliteraturpreis angebunden. Eine Bewerbung um ein Stipendium erfolgt automatisch durch die Einreichung eines deutschsprachigen Jugendbuchs für den Deutschen Jugendliteraturpreis. Die Einreichfrist endet am 30. September 2017.

Die Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendien sind gedacht für Autoren von Jugendbüchern, die bereits einen ersten überzeugenden Titel veröffentlicht haben und eine positive literarische Entwicklung erkennen lassen, sich aber bisher keine starke Marktposition erarbeiten konnten. Ihnen soll die Möglichkeit gegeben werden, ein nächstes Buchprojekt unabhängig von den Anforderungen des Marktes und unter finanziell gesicherten Lebensumständen verwirklichen zu können. Sowohl der Deutsche Literaturfonds als auch der AKJ möchten damit die aktuelle deutschsprachige Jugendliteratur fördern und unterstützen.

Alle deutschsprachigen Originalausgaben der Sparte Jugendbuch werden von einer unabhängigen Jury geprüft. Übersetzungen sowie Einreichungen in anderen Sparten finden keine Berücksichtigung. Ausschlaggebend für die Vergabe der Stipendien-Preise ist allein die literarische Qualität der zu prüfenden Jugendbücher. Die Entscheidung für die Stipendiaten fällt unabhängig davon, ob die Autoren für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert sind.

Informationen zum Deutschen Literaturfonds, der von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert wird, finden Sie unter www.deutscher-literaturfonds.de. Die Vergabe der Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendien erfolgt im Vorfeld der Nominierungsbekanntgabe am 15. März auf der Leipziger Buchmesse.

Für weitere Informationen stehen wir gerne zur Verfügung.

Kontakt für die Presse:

Bettina Neu (Arbeitskreis für Jugendliteratur)
Tel. (089) 45 80 80 87
E-Mail: presse@jugendliteratur.org

Kontakt für Verlage und Fragen zur Einreichung:

Linda Wiechert (Arbeitskreis für Jugendliteratur)
Tel. (089) 45 80 80 82
E-Mail: wiechert@jugendliteratur.org


Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendien 2017
für Que Du Luu und Michael Sieben

Seit 2006 vergeben der Deutsche Literaturfonds und der Arbeitskreis für Jugendliteratur jährlich zur Leipziger Buchmesse die Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendien. In diesem Jahr gingen die Auszeichnungen an Que Du Luu für ihren Roman Im Jahr des Affen (Königskinder) und an Michael Sieben für sein Jugendbuch Ponderosa (Carlsen). Beide erhalten ein jeweils sechsmonatiges Stipendium in Höhe von 12.000 Euro.

luu_siebenBildnachweis: Que Du Luu © Thomas Siekmann, Michael Sieben © privat

Im Jahr des Affen ist der dritte Roman der 1973 in Saigon/Vietnam geborenen und heute in Herford lebenden Schriftstellerin Que Du Luu. Nach Ende des Vietnamkriegs flüchtete sie wie Millionen anderer Boatpeople über das Meer, um mit ihrer Familie ein neues Leben in Deutschland zu beginnen. Für ihr literarisches Werk erhielt sie bereits mehrere Auszeichnungen, u.a. den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis und den Hohenemser Literaturpreis.

Michael Sieben, geboren 1977, studierte Wirtschaftswissenschaften in Mainz, Köln und Paris/Frankreich und lebt seit 2006 mit seiner Familie in Berlin. 2011 war er unter den Finalisten des Open Mike. Ponderosa ist sein Debütroman.

Die Verleihung der Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendien fand am Donnerstag, dem 23. März 2017, um 14.00 Uhr im Saal 1 des Congress Centers auf der Buchmesse Leipzig statt.

Am Freitag, dem 24. März 2017 präsentierte Dr. Michael Schmitt die beiden Stipendiaten am 3sat-Messestand (Glashalle).

 

Die Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendien dienen dazu, deutschsprachige Jugendbuchautoren, die bereits erste überzeugende Titel veröffentlicht haben und eine positive literarische Entwicklung erkennen lassen, in ihrer Position zu stärken. Unabhängig von den Anforderungen des Marktes und unter finanziell gesicherten Lebensumständen ermöglichen sie ihnen, ein nächstes Buchprojekt zu verwirklichen.

Der Jury gehören Dr. Susanne Helene Becker (Vorsitzende des Arbeitskreises für Jugendliteratur), Birgit Müller-Bardorff (Vorsitzende der Kritikerjury zum Deutschen Jugendliteraturpreis) und Dr. Michael Schmitt (3sat/Kulturzeit) an.

 

Die Jurybegründungen zu den Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendien 2017:

„Flüchtlinge haben ein Leben vor der Flucht und manchmal auch eines danach. Nachrichtenbilder zeigen meist keines davon, sondern nur den Moment einer Rettung oder die Ungewissheiten und Gefährdungen in Auffanglagern und Heimen. Que Du Luu erzählt in ihrem dritten Roman hingegen vom Leben einer Familie in China und Vietnam genauso wie von der neuen Heimat in Herford/Westfalen. Von der 16-jährigen Mini, die so lebt wie andere deutsche Teenager auch und die erst durch die schwere Krankheit ihres Vaters gezwungen ist, über das Flüchtlingsschicksal ihrer Familie als Boatpeople der ersten Generation 1976/77 und damit über ihre eigene Identität nachzudenken. Ist sie eine ‚Banane‘, außen gelb und innen weiß? Was bedeuten ihr die Traditionen, die ältere Verwandte hochhalten? Warum ist ihr Chinesisch so schlecht? Que Du Luu erzählt davon mit Humor und im Detail sehr genau. Im ‚Jahr des Affen‘ findet Mini zu einer Identität, die ihre Herkunft mit der Gegenwart zusammenfügt. Sie gewinnt an Souveränität, gegenüber der Außenwelt und gegenüber sich selbst.“

Que Du Luu: Im Jahr des Affen. Königskinder 2016.

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„Erst ist die verfallene Hütte, genannt Ponderosa, am Rand der Siedlung eine Zuflucht für zwei Jungen und ein Mädchen, eine Art von Idyll der ausklingenden Kindheit. Da sind sie 13. Zwei Jahre später aber wird sie der Ort, an dem sich Konflikte zeigen, die die drei Protagonisten auseinandertreiben. Weil aus Freundschaften etwas anderes wird, das mehr ist, aber auch schmerzhafter: Begehren, Beziehungen, Misstrauen, Eifersucht. Michael Sieben erzählt davon in einem packenden Roman, der soziale Verhältnisse zwischen Hochhauswohnungen und Einfamilienhäusern genauso auslotet wie die Veränderungen, die seine Figuren durchmachen, die Stimmungen und Gefühle, die sie vereinzeln, ehe sie sich am Ende, nach einem Finale, das einem Thriller Ehre machen würde, in einer neuen Konstellation wiederfinden. Das Ende der Kindheit schnörkellos erzählt – spannend und subtil. Ein Debütroman als großes Versprechen.“

Michael Sieben: Ponderosa. Carlsen 2016

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