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Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendien
für Stefanie Höfler und Bettina Wilpert
7.2.2019

Die Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendien 2019 gehen an Stefanie Höfler für ihren Roman Der große schwarze Vogel (Beltz & Gelberg) und an Bettina Wilpert für ihr Debüt nichts, was uns passiert (Verbrecher Verlag). Beide Autorinnen erhalten ein jeweils sechsmonatiges Stipendium in Höhe von 12.000 Euro. Die Auszeichnung wird vom Deutschen Literaturfonds in Kooperation mit dem Arbeitskreis für Jugendliteratur vergeben, die Übergabe erfolgt am 21. März 2019, um 14.00 Uhr, im Saal 1 des Congress Centers auf der Leipziger Buchmesse. Mitglieder der Jury sind Dr. Michael Schmitt (3sat/Kulturzeit), Ralf Schweikart (Vorsitzender des Arbeitskreises für Jugendliteratur) und Prof. Dr. Jan Standke (Vorsitzender der Kritikerjury zum Deutschen Jugendliteraturpreis).

Die Stipendiatinnen und ihre ausgezeichneten Bücher

STEFANIE HÖFLER, geboren 1978, studierte Germanistik, Anglistik und Skandinavistik in Freiburg und Dundee/Schottland. Sie arbeitet als Lehrerin und Theaterpädagogin und lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Ort im Schwarzwald. Zuvor erschienen von ihr die Romane Mein Sommer mit Mucks sowie Tanz der Tiefseequalle (Beltz & Gelberg), die beide für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert wurden.
Foto © Christina Neidenbach / Beltz & Gelberg

Aus der Jurybegründung:

„Der unerwartete Tod seiner noch jungen Mutter wirft Ben genauso wie seinen Vater und den kleinen Bruder aus der Bahn. Der Vater versinkt in weitgehend sprachloser Trauer und lässt damit vor allem den 14-jährigen Ben allein […]. Stefanie Höfler entwickelt in ihrem dritten Roman auf wenigen Seiten ein breit aufgefächertes Bild von Trauer und vom Umgang damit. Sie spiegelt die Empfindungen des halbwüchsigen Jungen am Beispiel seines kleinen Bruders Krümel, der mit kindlichen Ritualen viel aktiver die Ablösung von der Verstorbenen betreibt; sie spiegelt Bens Situation auch an der Lage der Klassenkameradin Lina, deren Bruder seit langer Zeit im Koma liegt […]. Stefanie Höfler erfindet ungewöhnliche, oft unscheinbare, aber aussagekräftige Szenen, in denen die Vielschichtigkeit der psychologischen Belastungen nicht erklärt, sondern in Handlung aufgelöst wird. In einem kunstvoll aufgebauten Netz aus mehreren Zeitebenen umkreist der Roman ein düsteres Thema und liest sich doch als ein Buch der Hoffnung.“

BETTINA WILPERT, geboren 1989, studierte Kulturwissenschaft, Anglistik und Literarisches Schreiben in Potsdam, Berlin und Leipzig. nichts, was uns passiert ist ihr Debütroman, für den sie bereits mit dem ZDF-„aspekte”-Literaturpreis für das beste literarische Debüt des Jahres 2018 ausgezeichnet wurde. Sie arbeitet als Trainerin für Deutsch als Fremdsprache und lebt in Leipzig.
Foto: © linonono

Aus der Jurybegründung:

„Hat der Doktorand Jonas die Studentin Anna vergewaltigt oder haben sie einvernehmlich miteinander geschlafen? Das ist die Frage, der Bettina Wilpert in ihrem Debütroman nachgeht – und ein Thema, das aktuell in der Jugendliteratur häufiger behandelt wird. Ein nicht näher beschriebenes ‚Ich‘ protokolliert die Aussagen der beiden Hauptfiguren und die von Freunden und Verwandten […] und formt ein Mosaik, das viel über die unterschiedliche Wahrnehmung einer Situation durch zwei Menschen erzählt, aber auch viel über deren Milieu und über die Möglichkeiten und Grenzen der Justiz. […] Während das Bild immer detailreicher wird, zerbricht das Leben der beiden unter dem Druck, der auf ihnen lastet. Die bürokratische Klarheit des Protokolls ergibt keine Klarheit über den ‚wahren‘ Ablauf. Aussage steht gegen Aussage, juristisch kann kein Recht gesprochen werden. Der Roman fordert Leserinnen und Leser auf, sich ganz persönlich zu den beiden handelnden Figuren und dem Bild, das von ihnen entsteht, zu verhalten.“


Die Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendien werden seit 2010 jährlich vergeben. Sie dienen dazu, deutschsprachige Jugendbuchautoren, die bereits erste überzeugende Titel veröffentlicht haben und eine positive literarische Entwicklung erkennen lassen, in ihrer Position zu stärken. Unabhängig von den Anforderungen des Marktes und unter finanziell gesicherten Lebensumständen ermöglichen sie ihnen, ein nächstes Buchprojekt zu verwirklichen.

Kontakt:
Arbeitskreis für Jugendliteratur e.V., Bettina Neu,
Steinerstr. 15, Haus B, 81369 München,
Tel. (089) 45808087,
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www.jugendliteratur.org
 

Deutscher Literaturfonds e.V., Sabine Rössler,
Alexandraweg 23, 64287 Darmstadt,
Tel. (06151) 40930,
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www.deutscher-literaturfonds.de

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

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