Tausende literarische (Wieder-)Begegnungen mit Autorinnen und Autoren

Der nächste Antragszeitraum in diesem Fördermodul reicht vom 21. bis 27. Juni 2021.

 

1. Ziel der Maßnahme

Der Deutsche Literaturfonds hat im Juli 2020 in Abstimmung mit den Mitgliedsverbänden des Deutschen Literaturfonds – darunter der PEN, der VS – Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller, der Deutsche Bibliotheksverband und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels – sowie dem Netzwerk der Literaturhäuser und unter Einbeziehung weiterer Partner ein Strukturförderungsprogramm zur Wiederaufnahme literarischer Veranstaltungen ins Leben gerufen. Das Ziel war es, auf diese Weise wieder tausende literarische Begegnungen zu ermöglichen.

Hunderte Anträge für insgesamt weit über tausend Lesungen wurden bereits positiv beschieden. Aufgrund der Erhöhung der verfügbaren Mittel durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien können auch im Jahr 2021 wieder zahlreiche neue Veranstaltungen gefördert werden. Gerade unter den Bedingungen des Lockdowns ist es wichtig, Perspektiven für die Zeit nach der Wiedereröffnung soziokultureller Räume zu erhalten.

Das Programm zielt in die Breite unseres Landes, auch in den ländlichen Raum, und richtet sich unmittelbar an alle Institutionen und Veranstalter, bei denen Autorinnen und Autoren zu Wort kommen können und auf ein Publikum stoßen: an Bibliotheken und Buchhandlungen, Literaturhäuser und Literaturbüros (insbesondere jene in den kleineren Städten), Kulturhäuser, Lesereihen und Lesebühnen, Museen und Theater, auch literarische Programme an Schulen und Hochschulen.

Nicht die Autorinnen und Autoren bewerben sich, sondern die Veranstalter planen. Gerade unter den einschränkenden Voraussetzungen – Abstandsregelung, Hygienevoraussetzungen, begrenzte Publikumszahl, monatelange Absenz literarischer Veranstaltungen, massive Einnahmeausfälle und -verluste von Künstlern und Veranstaltern – können solche Kulturveranstaltungen mit deutschsprachiger Literatur (ausgenommen Sachbücher und verwandte Genres), aber auch mit literarischem Gespräch oder monologischem oder dialogischem Sprachwitz in jeder Hinsicht neue Perspektiven für alle an einem solchen Projekt Beteiligten eröffnen, nicht zuletzt auch für das Publikum.

2. Zuwendungsempfänger, Gegenstand der Förderung

Gefördert werden ausschließlich Veranstaltungen, deren Gegenstand einen literarischen Charakter im Sinne der Satzung des Deutschen Literaturfonds hat und soweit Autorinnen und Autoren deutschsprachiger Gegenwartsliteratur beteiligt sind.

Die Förderung kann nur von den Veranstaltern, nicht von den Autorinnen und Autoren beim Deutschen Literaturfonds beantragt werden. Verbände und sonstige Institutionen können ebenfalls Projektmittel für konkrete Vorhaben beantragen. Verbände, Vereine, Institutionen und Veranstalter können ganze Programmpakete beantragen, auch die Förderung von Festivals ist möglich. Auch Mischformen zwischen Präsenzveranstaltung und digitalen Formaten können gefördert werden.

Förderungsfähig sind nur Projekte, an denen mindestens drei literarische Autorinnen bzw. Autoren beteiligt werden. Dies umfasst sowohl Programmpakete, Lesereihen und Festivals als auch umfangreichere Einzelveranstaltungen.

Die Kosten für die Autorinnen und Autoren können mit einem Betrag von max. 1.000 Euro pro Person gefördert werden (exakt 500 Euro plus ggf. MwSt. für Honorar, dazu Reise- und Übernachtungskosten).

Aus eigenen Mitteln sind die Vorort-Betreuung und Verpflegung der Auftretenden sowie in der Regel die Organisation und Betreuung der Veranstaltung zu zahlen, wobei hier auch geldwerte Eigenleistungen anerkannt werden.

In begründeten Fällen können Veranstalter auch Mittel für die in der aktuellen Pandemiesituation zur Realisierung der Veranstaltung erforderliche Technik sowie weitere nicht anders finanzierbare Sach- oder Honorarkosten beantragen. Dazu gehören beispielsweise Aufwendungen für Raumanmietungen, Öffentlichkeitsarbeit, Aufbau und Support, Moderation oder KSK-Gebühren.

Bei umfangreichen Projekten in einer Trägerschaft oder bei von einer Einrichtung koordinierten Kooperationsprojekten, beispielsweise einer Veranstaltungsreihe an mehreren Veranstaltungsorten, können zusätzlich anfallende Personal- und Organisationskosten beantragt werden. Auch diese Kosten müssen begründet werden und sollten unter den Kosten für die beteiligten Autorinnen und Autoren (Honorare, Reise- und Übernachtungskosten) liegen.

Der maximale Förderbetrag beträgt 400.000 EUR.

Es kann ein Folgeantrag innerhalb der Laufzeit des Sonderprogramms gestellt werden. Wer bereits einen Antrag gestellt hat, darf daher einen zweiten stellen.

Bei einer Absage von Präsenzveranstaltungen aufgrund einer Verschlechterung der Pandemieentwicklung werden Ausfallhonorare gezahlt.

Auch die erzwungene Verlagerung der Veranstaltung in digitale Formate ist möglich und kann gefördert werden.

3. Verfahren

Die Maßnahme wird am 11. Dezember 2020 öffentlich bekanntgemacht. Anträge können zunächst vom 18. Januar 2021 bis 25. Januar 2021 gestellt werden. Weitere geplante Antragszeiträume sind der 12. bis 18. April sowie der 21. bis 27. Juni.

Zwischen dem Datum der Antragstellung und dem geplanten Projekttermin bzw. -beginn muss ein zeitlicher Abstand von mindestens zwei Monaten liegen. Nur so ist eine ordnungsgemäße und rechtzeitige Bearbeitung aller Anträge gewährleistet.

Der Antrag ist mit allen Unterlagen in digitaler Form an den Deutschen Literaturfonds zu richten.

Das Online-Antragsformular wird am ersten Tag des Bewerbungszeitraums um 12:00 Uhr freigeschaltet und bleibt bis zum letzten Tag um 24:00 Uhr verfügbar.

Der Antrag muss enthalten:

  • das vollständig ausgefüllte Online-Formular Nr. 1 (abgefragt werden Kontaktdaten, Bankverbindung, Projektzeitraum und Antragssumme)

    sowie als pdf, doc, docx, xls, xlsx, gif, jpg, jpeg oder png mit einer maximalen Dateigröße von je 5 MB:
     
  • die gültige Satzung oder ein vergleichbares Dokument (z.B. Gewerbeschein, Umsatzsteuer-ID, Handels-/Vereinsregisterauszug)
  • eine aussagekräftige Skizze des Vorhabens
  • einen Kosten- und Finanzierungsplan
  • ggf. eine Liste der Kooperationspartner, jeweils mit Einverständniserklärung

Die Bearbeitung der Anträge erfolgt in der Reihenfolge ihres Eingangs, jedoch nur dann, wenn alle erforderlichen Unterlagen vorliegen.

Die Prüfung der Anträge erfolgt durch die Geschäftsstelle des Deutschen Literaturfonds, die bis zu einer Antragssumme von 10.000 Euro auch über die Anträge entscheidet. Bei Antragssummen über 10.000 Euro entscheidet eine Kommission des Kuratoriums auf der Grundlage der Vorschläge der Geschäftsstelle. Für Anträge mit Volumen über 50.000 Euro ist eine Einbeziehung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien erforderlich.

Fördermittel werden als nicht rückzahlbarer Zuschuss in der Regel als Festbetragsfinanzierung gewährt.

Es besteht kein Anspruch auf Gewährung einer Zuwendung.
Der Literaturfonds beendet diesen Teil des Projekts „Neustart Kultur“, sobald die bewilligten Sondermittel ausgeschöpft sind, spätestens zum 31.12.2021.

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien