New-York-Stipendium 2017
an Reinhard Kaiser-Mühlecker

  • Reinhard Kaiser-Mühlecker mit Wend Kässens und Maike Albath

  • Reinhard Kaiser-Mühlecker © Jürgen Bauer

  • New York

Das New-York-Stipendium des Deutschen Literaturfonds erhält 2017 Reinhard Kaiser-Mühlecker.

Das Stipendium wird seit 1985 vergeben. Für den Aufenthalt stellen das Deutsche Haus der New York University die Wohnung und der Literaturfonds die Mittel für Reise und Aufenthalt bereit.

Das Stipendium wurde am Abend des 17. November im Rahmen der Verleihung des Kranichsteiner Literaturpreises in Darmstadt symbolisch überreicht.

Der Jury gehören Maike Albath, Wilfried F. Schoeller und Christine Wahl an.

Begründung der Jury

Mit unbeirrbarer Genauigkeit umkreist Reinhard Kaiser-Mühlecker seine Helden und legt in langen Satzperioden verkarstete Familienbeziehungen bloß. Er tastet seine Figuren von außen ab, arbeitet mit Ellipsen und lässt das Innere nur indirekt aufscheinen. Etwas Unheimliches schwingt im Untergrund mit, denn das Brüderpaar in seinem Roman Fremde Seele, dunkler Wald trägt mehr mit sich herum als nur die Gegenwart: die Genealogie, die Landschaft, die Frage, wer welche Böden erbt und was man darauf anbaut. Kaiser-Mühlecker gewinnt archaischen Konstellationen etwas äußerst Zeitgenössisches ab. Sein Realismus ist kraftvoll und packend. Wir zeichnen ihn mit dem New-York-Stipendium des Deutschen Literaturfonds aus und sind gespannt, welche Energien die urbane Landschaft New Yorks mobilisiert.

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien