London-Stipendien 2026 an und
Das London-Stipendium erhält 2026 .
„Im Werk von ist Herkunft ein umkämpfter Sprach- und Körperraum. Schon ihr Debüt Beschreibung einer Krabbenwanderung (2018) erzählt von einer Familie zwischen Emanzipationswunsch, sozialer Kontrolle und der Unsicherheit eines geduldeten Lebens. Im Bauch der Königin verschärft diesen Zugriff formal: als Wenderoman, in dem Begehren und familiäre Gewalt je nach Perspektive anders lesbar werden. Mit Gulistan (2026) öffnet Taha ihr Schreiben noch einmal historisch: Der kurdische Name wird lebensbedrohlich, der verschwundene Geliebte trägt das Gesicht des Diktators, Erinnerung spricht in Brüchen. Tahas Prosa sucht keine glatte Identität. Sie zeigt, wie Geschichte in Stimmen, Körpern und verstummten Sprachen weiterlebt.“
Das zweite London-Stipendium, vorgeschlagen von der Queen Mary University, erhält die Schriftstellerin .
„Sie schreibt Bücher, die ihre Aufmerksamkeit auf jene Lebensgeschichten richten, die selten im Mittelpunkt stehen und gerade darin exemplarisch werden. Mit großer Genauigkeit, Wärme und lakonischem Witz erkundet soziale Wirklichkeiten, biografische Brüche und die Würde des Alltäglichen. Spätestens mit Marzahn, Mon Amour, ihrem vielfach übersetzten Buch über eine Fußpflegerin in Berlin-Marzahn, hat sie gezeigt, wie sich aus genauer Beobachtung und erzählerischer Zurückhaltung Literatur von großer poetischer und gesellschaftlicher Kraft gewinnen lässt. Dass im Rahmen des London-Stipendiums auch mit Studierenden arbeiten wird, passt auf ideale Weise zu ihrem Werk: Ihr Schreiben lebt vom Zuhören, vom Gespräch und von einer Neugier auf andere Leben, die Literatur nicht als Abgrenzung, sondern als Form der Begegnung begreift.“
